Die Alte Eidgenossenschaft.
Der Übergang von der Herrschaft der Franken im 9. Jahrhundert bis zur Gründung der sogenannten “Alten Eidgenossenschaft“ im späten 13. Jahrhundert wurde von einer Phase bestimmt, in der aus der Schweiz stammende Adelsgeschlechter in den deutschen Königshäusern eine tragende Rolle spielten. Zu den bekanntesten Beispielen gehören dabei die Geschlechter der Habsburger, Kyburger, Lenzburger und Rudolfinger. Die Gründung der Alten Eidgenossenschaft, woraus sich auch der heutige Beiname der Schweizer (Eidgenossen) ableitet, erfolgte schließlich im Jahre 1291 anlässlich des Todes von König Rudolf I. von Habsburg. Gründungsmitglieder der Alten Eidgenossenschaft waren die auch heute noch bestehenden Kantone Uri und Schwyz sowie Unterwalden, das heute die modernen Kantone Nidwalden und Obwalden umfasst.
Ziel der Alten Eidgenossenschaft war es, sich gemeinsam und bestmöglich gegen Angriffe von außen zu schützen. Der Nationalfeiertag der Schweiz (1. August) erinnert an die Unterzeichnung des Bundesbriefes, dem offiziellen Gründungsdokument der Alten Eidgenossenschaft, durch Vertreter der Urkantone Schwyz, Uri und Unterwalden. Zu den ersten Gegnern, die der Alten Eidgenossenschaft feindlich gesinnt waren, gehörten die deutschen Könige des 14. Jahrhunderts, die auf Rudolf I. von Habsburg folgten. Einen ersten Höhepunkt erreichte die Rivalität, als es in Deutschland mit Friedrich dem Schönen (aus dem Geschlecht der Habsburger) und Ludwig dem Bayer (Wittelsbacher) gleichzeitig zwei Könige gab und die Eidgenossen dem letztgenannten Herrscher folgten. Kurz darauf konnten die Eidgenossen König Leopold I. von Österreich, der sich inzwischen mit dem Habsburger-König verbündet hatte, in der “Schlacht am Morgarten“ schlagen. In den 1330er-Jahren erhielt die Alte Eidgenossenschaft Verstärkung durch die Reichsstädte Bern, Glarus, Luzern, Zug und Zürich. Dieses erweiterte Bündnis sollte unter der Bezeichnung der “Acht Alten Orte“ in die Geschichte der Schweiz eingehen.
Bis Anfang des 16. Jahrhunderts stießen fünf weitere Städte zur Alten Eidgenossenschaft, bevor mit Zug in Richtung des damaligen Italiens weitere Gebiete hinzugewonnen werden konnten und sich die Umrisse der heutigen Schweiz langsam aber sicher abzuzeichnen begannen. Etwa zur selben Zeit als die Eidgenossenschaft in Kriege mit Italien, Spanien, Frankreich und weiteren Nachbarn verwickelt war, gründete Papst Julius II. im Jahre 1506 die berühmte Schweizergarde, die auch heute noch für die Sicherheit des katholischen Kirchenoberhauptes verantwortlich ist.
Weitere einschneidende Epochen im Zeitalter der Eidgenossenschaft waren die Reformation durch Martin Luther, die auch an der Schweiz nicht spurlos vorüberging, sowie der 30-jährige Krieg (1618 – 1648), in dessen Verlauf die Eidgenossenschaft einige schwere Niederlagen erleiden musste. Daraus resultierend wurde im Defensionale von Will im Jahre 1647 die “militärische Neutralität für alle Ewigkeiten“ beschlossen, die in der Schweiz tatsächlich bis zum heutigen Tage Bestand hatte und auch weiterhin gilt. Daher handelt es sich bei der Schweizer Armee nicht nur pro forma sondern tatsächlich um eine reine “Verteidigungsarmee“.