Franken und Römer in der Schweiz
Im Gegensatz zu allen vorangegangenen Besiedlungen und Herrschaften erlebte das Römische Reich in der Schweiz zwar eine große, dafür aber auch umso kürzere Blütezeit. Mit dem Sieg im Gallischen Krieg begann für das Römische Reich die Ausdehnung nach Norden über die Alpen bis nach Großbritannien. Die südliche Grenze dieser Erweiterung wurde damit von der heutigen Schweiz gebildet. Bis zum Ende des 1. Jahrhunderts nach Christus wurden in der Schweiz zahlreiche römische Städte gebaut, schwerpunktmäßig entlang des Rheins und in den Tälern der Alpen. Von den Römern erbaute Städte wie Augusta Raurica (Basel) oder Colonia lulia Equestris (Nyon) bildeten die Grundlage für große Städte der heutigen Schweiz.
Mit dem Niedergang des Römischen Reiches in den folgenden Jahrhunderten gewannen auch in der Schweiz zunehmend die Alemannen und Burgunder zusammen mit den verbliebenen Resten der keltischen Stämme die Oberhand. Dieser Zeitraum, der bis Mitte des 8. Jahrhunderts dauerte, gilt als Ursprung der auch heute noch in der Schweiz gesprochenen Sprachen Französisch, Italienisch und Rätoromanisch. Das Christentum sowie die deutsche Sprache, die die Kultur in der Schweiz bis in die Gegenwart entscheidend charakterisieren, wurden hingegen erst von den Franken ins Land getragen.
Ab Mitte des 8. Jahrhunderts, als die Alemannen und Burgunder von den Franken besiegt wurden, gehörte die Schweiz zunächst zum Fränkischen Reich, aus dem im weiteren Verlauf der Geschichte in dieser Reihenfolge das Ostfrankenreich und das Heilige Römische Reich Deutscher Nation hervorgehen sollten. Mit dem Aufstieg des Frankenreichs setzte sich auch die Ausbreitung des Christentums im Alpenraum fort, was sich unter anderem in der Gründung von mehreren überregional bekannten Klöstern zwischen Alpen und Bodensee niederschlug, z.B. in St. Gallen und Reichenau (heutiges Deutschland).