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Die Helvetische Republik

Auch wenn der Übergang von der Alten Eidgenossenschaft zur Helvetischen Republik mit der Besetzung durch Frankreich und damit einer faktischen Niederlage begann, erwies sich dieser Schritt für die Schweiz im Nachhinein als Gewinn. Ab dem 5. Mai 1798 war die Schweiz ein Teil von Frankreich, was für die Kantone den Verlust ihrer bisherigen Unabhängigkeit zur Folge hatte. Im Gegenzug profitierte die Bevölkerung aber auch von zahlreichen Privilegien, die es bei den Franzosen schon lange gab, die in der Schweiz bzw. der Alten Eidgenossenschaft aber noch nicht üblich waren. Dazu zählten unter anderem eine gemeinsame Währung, ein einheitlicher Wirtschaftsraum oder die Glaubensfreiheit.

Die vielleicht größte Schattenseite der Helvetischen Republik war die Tatsache, dass die Schweiz mehr oder weniger durchgehend in die militärischen Konflikte von Frankreich und seinen Nachbarn verwickelt wurde, obwohl man selbst eigentlich völlig unbeteiligt war. Um einen drohenden Bürgerkrieg abzuwenden, gab der damalige Kaiser von Frankreich, ein gewisser Napoléon Bonaparte, den immer stärker werdenden Forderungen nach Wiederherstellung der Autonomie für die ehemaligen Kantone der Alten Eidgenossenschaft schließlich nach. In der Zeit von 1803 und 1813, von Historikern auch Mediation genannt, erfolgte die Umstrukturierung der Schweiz von der Helvetischen Republik zur Schweizer Eidgenossenschaft. Es entstanden die neuen, auch heute noch bestehenden Kantone Aargau, Graubünden, St. Gallen, Tessin, Thurgau und Waadt.

Die Helvetische Republik war nicht nur die erste Staatsform in der Geschichte der Schweiz, sondern gilt auch als unmittelbarer Vorläufer des modernen Bundesstaates. Bis zum Jahr 1815 wurden ein neuer Bundesvertrag abgeschlossen und die Kantone Bern, Genf, Neuenburg und Wallis neu gegründet und/oder umstrukturiert. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, hatte die Schweiz also schon am Ende der Helvetischen Republik ihr heutiges Aussehen mit der Unterteilung in die noch immer bestehenden Kantone. Als jüngster Kanton ergänzte der Jura, zuvor ein Teil des Kantons Bern, im Jahr 1979 die politische Landkarte der heutigen Schweiz.